Zettelwirtschaft

Ordnung im kreativen Chaos

Neulich las ich ein Buch über das Kreative Schreiben (die Rezension folgt bald), in dem viel Wert auf die Recherche gelegt wurde, vor allem auch, was das Setting betrifft.

Das brachte mich mal wieder zu der Frage: wie hält man Ordnung in dem Chaos, zwischen den Bergen von Notizzetteln, Karten und Fotos, Links, Schreibkladden und gespeicherten Dateien?

Wie Ordnung halten beim Schreiben? Ordnung in den Gedanken, in den Ideen, den Notizen und den Entwürfen? Wohin mit all den losen Zetteln, auf die wir mal unterwegs, mal auf dem Nachttisch etwas aufgeschrieben haben, das uns zu diesem Zeitpunkt so wichtig war, dass es unbedingt für die Nachwelt erhalten bleiben musste?

Mir jedenfalls geht es oft so: Ich hatte einen, wie ich meinte, guten Einfall und den auch sofort notiert. So, und dann, wenn ich am entsprechenden Text weiterarbeiten will, kann ich mich zwar daran erinnern, dass ich was aufgeschrieben hatte, nur eben nicht wo. Dann geht das große Suchen los.
Selbst wenn ich den Zettel dann finde (und das Notierte dann auch noch entziffern kann 😉), kommt ja gleich das nächste Problem: am Ende besteht nämlich so eine Geschichte während der Entstehungsphase aus lauter losen, verschieden großen Zetteln. Und davon abgesehen geht ja mit der ganzen Sucherei auch unheimlich viel Zeit verloren.
Meine Lösung ist ziemlich simpel: Alle Notizen wandern in einen Ordner. Da ich meistens mehrere Kurzgeschichten gleichzeitig schreibe und mir natürlich mal zu der einen und mal zu der anderen eine Idee in den Sinn kommt oder genau die Formulierung einfällt, die ich die ganze Zeit gesucht habe, muss ich unbedingt darauf achten, nicht die Notiz, die zum Krimi gehört, zur Liebesgeschichte zu sortieren.  Und deswegen habe ich, simplicity wins, einen stinknormalen Ordner auf dem Schreibtisch. Darin ein einfaches Register, nach Farben oder Zahlen, ganz wie es gewünscht wird (ich habe ein zwanzigteiliges mit Zahlen im Gebrauch). Der Rest ist ja dann eigentlich selbsterklärend: jede Geschichte = ein Registerabteil und jede Notiz kommt in das passende Abteil. Wichtig ist, einen Ordner mit 4 Ringen zu verwenden und nicht einen der üblichen Büroordner mit nur zwei Ringen. Denn dann kannst du auch die allerkleinsten Notizfitzelchen irgendwie noch lochen und abheften oder, wenn es gar nicht anders geht, eine Dokumentenhülle oder, auch sehr gut geeignet, einen größeren Umschlag einheften und die Zettelchen darin sammeln. Das finde ich ganz einfach auch deswegen praktisch, weil dir so kein Zettel rausfällt und verloren geht, schließlich hängt er ja gefangen in den Ringen, sozusagen 😉

Übrigens hefte ich in diesem Ordner auch alle Versionen ab, jede Überarbeitung wird archiviert, denn vielleicht will ich am Ende doch wieder irgendwas so haben, wie in Version 2 und nicht die Änderung aus Version 8 .
Tja und wenn die Geschichte schließlich wirklich fertig ist und vielleicht sogar, wo auch immer veröffentlicht, dann kommt das ganze Paket, also alle Notizen, alle Versionen, wirklich jedes einzelne Blatt, ins „Archiv“. Hinter diesem hochtrabenden Namen verbirgt sich nichts anderes als eine ganze Reihe von, zugegeben schön gestalteten, Ordnern, in denen ich meine Geschichten aufbewahre. Sortiert wird das Ganz schlicht chronologisch.

So sieht es also aus, mein Ordnungssystem. Nichts Weltbewegendes, nix wirklich Außergewöhnliches, aber es hat sich für mich bewährt, als Ergänzung zu den auf dem Rechner bzw. in der Cloud gespeicherten Dateien.

Jetzt interessiert mich, wie du es machst. Wie bringst du Ordnung in dein kreatives Chaos?   

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